Hörprobleme im Alter

Altersbedingte Hörprobleme kommen häufig vor. Wir haben für Sie mögliche Anzeichen einer Schwerhörigkeit und Massnahmen dazu zusammengetragen. Warten Sie nicht lange zu. Kümmern Sie sich frühzeitig um eine Behandlung Ihres Gehörs.

Hören gibt Sicherheit

Um unser Leben selbstständig zu meistern, verlassen wir uns auf Geräusche. Ob Worte, die uns informieren, Musik, die uns mitreisst oder die Hupe eines Busses, die uns vor Gefahr warnt.

Viele wichtige Informationen erreichen uns über die Ohren. Ist das Gehör geschädigt oder geschwächt, fehlen wesentliche Informationen, die wir für unseren Alltag benötigen.

Am Anfang einer altersbedingten Hörminderung sind vor allem die hohen Frequenzen betroffen, mit der Zeit auch die tieferen Frequenzen. Dadurch wird es vor allem in lärmiger Umgebung schwieriger, Sprache zu verstehen. Gewisse Laute gehen ganz verloren. Dies kann schnell zu Missverständnissen führen.

Im Ohr sitzt auch unser Gleichgewichtsorgan. Schädigungen des Innenohrs können den Gleichgewichtssinn beeinträchtigen.

Hörminderungen führen mit der Zeit dazu, dass das Gehirn Geräusche nicht mehr zuordnen kann. Es verlernt die Bedeutung der akustischen Signale und vergisst zum Beispiel, wie sich Vogelgezwitscher anhört.

Wie kann ich mein Gehör schützen?

Die Hörfähigkeit kann infolge des natürlichen Alterungsprozesses bereits ab dem 40. Lebensjahr abnehmen. Schäden im Ohr können aber auch durch Überbelastungen entstehen.

Bereits ein lauter Knall kann reichen, um das Gehör dauerhaft zu schädigen. Aber auch wer häufig grossem Lärm ausgesetzt ist, kann Gehörschäden erleiden.

Das Gehör schützen lohnt sich immer:

Ob Bohrmaschine oder Säge: Beim Handwerken oder bei Arbeiten im Garten kommen häufig laute Geräte zum Einsatz. Achten Sie auf lärmarme Geräte oder schützen Sie Ihr Gehör mit einem Gehörschutz.

Ob Strassenfest oder Konzert: Der Besuch an Veranstaltungen ist häufig mit grossem Lärm verbunden. Das bringt Ihre Ohren schnell an die Grenzen der Belastbarkeit. Gehen Sie auf Nummer sicher: Nehmen Sie an solche Events Gehörschutzpropfen mit.

Auch Hobbies wie Jagen oder Motorradfahren sind mit viel Lärm verbunden. Denken Sie daran, Ihr Gehör zu schützen, damit Sie statt dem Steinbock und dem Temporausch nicht einen Tinnitus davon tragen.

Ob MP3-Player oder Smartphone: Unterwegs Musik hören macht Spass. Regulieren Sie die Lautstärke sorgfältig und achten Sie darauf, dass Sie Ihr Gehör nicht mit zu lauter Musik belasten.

Ob Lautsprecher oder Feuerwerk: Manchmal ist Lärm einfach unausweichlich. Indem Sie Abstand zu den Lärmquellen halten, belasten Sie Ihr Gehör nicht unnötig. Die Musik oder farbenprächtigen Leuchtraketen geniessen Sie so unbeschwert.

Ob Strassenlärm oder Hintergrundmusik: Hörbelastungen kumulieren sich über den  ganzen Tag. Gönnen Sie Ihren Ohren bewusst immer wieder einmal etwas Ruhe und Erholung.

Wie gut hören Sie noch?

Hörminderungen treten meist nicht von einem Tag auf den anderen auf. Sie entwickeln sich schleichend. Seien Sie daher im Alltag aufmerksam und nehmen Sie erste Anzeichen ernst.

  • Drehen Sie den Fernseher oder die Musik häufiger lauter?
  • Haben Sie Schwierigkeiten, Ihren Enkel am Telefon zu verstehen?
  • Haben Sie das Gefühl, dass andere Menschen undeutlich sprechen?
  • Ist es anstrengend, beim Stammtisch mit Freunden dem Gespräch zu folgen?
  • Haben  Freunde oder Familie Sie schon auf Ihr schlechtes Gehör angesprochen?

Sie haben erste Anzeichen einer Hörminderung festgestellt und möchten handeln?

Sprechen Sie mit einem Angehörigen oder einer neutralen Fachperson über Ihre Hörschwierigkeiten. Gemeinsam geht es häufig leichter. Machen Sie bei einem Arzt oder in einem Hörgerätefachgeschäft einen Hörtest. Für eine Kostengutsprache der AHV benötigen Sie ein ärztliches Gutachten von einem Ohrenarzt. Gemeinsam mit einer professionellen Hörgerätefachperson evaluieren Sie, welches Hörgerät für Sie geeignet ist und Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht. Diese persönliche Beratung ist wichtig, denn das Gehör ist sehr individuell.

Seniorin mit Hörproblemen ist dank Hörgerät glücklich mit ihrem Mann.

«Wegen meiner Schwerhörigkeit habe ich mich vermehrt zurückgezogen. Gespräche waren sehr anstrengend und haben immer wieder zu unangenehmen Missverständnissen geführt. Zum Glück habe ich mich getraut, mit meinen Sorgen zum Arzt zu gehen. Jetzt kann ich die Welt um mich herum wieder geniessen.»

Ich brauche ein Hörgerät. Was muss ich beim Kauf beachten?

Selbst das optimale Hörgerät kann Ihr gesundes Hörvermögen leider nicht wieder herstellen. Nichtsdestotrotz erleichtert Ihnen ein gutes Hörgerät das Leben enorm. Die Auswahl an Hörgeräten ist riesig. Ihr Hörberater steht Ihnen zur Seite und informiert Sie kompetent über Ihre Möglichkeiten. Die folgenden Tipps erleichern es Ihnen, das passende Hörgerät zu finden.

  • Informieren Sie sich über die Kosten für die Beratung und die Testgeräte.
  • Vergleichen Sie Bauformen, Leistungsklassen und Preise der Hörgeräte sowie Dienstleistungspakete.
  • Erklären Sie den Hörgerätefachpersonen vor und während dem Probetragen der Testgeräte, welche Situtationen für Sie akustisch anspruchsvoll sind.

Ich trage ein Hörgerät. Was muss ich beachten?

Wenn Sie zum ersten Mal ein Hörgerät tragen, werden Sie von vielen neuen Höreindrücken überrascht. Das kann schnell zu einer Überforderung führen, da Sie die Geräusche über längere Zeit hinweg nicht mehr hören konnten.

  • Holen Sie sich Unterstützung. Bei einem gemeinsamen Spaziergang mit Angehörigen, Freunden oder Vertrauten übt sich der Umgang mit dem neuen Hörgerät leichter.
  • Lassen Sie sich Zeit. Eine erfolgreiche Hörgerätenutzung braucht Geduld. Lassen Sie sich Zeit und geben Sie nicht auf, auch wenn es etwas länger dauern sollte.
  • Tragen Sie Ihr Hörgerät idealerweise den ganzen Tag. So gewöhnt sich Ihr Gehör schneller an die Unterstützung.
  • Führen Sie ein Hör-Tagebuch und halten Sie Ihre Fortschritte jeden Tag fest.
  • Sprechen Sie regelmässig mit Angehörigen, Freunden oder Vertrauten und fragen Sie bei dieser Gelegenheit nach, ob auch sie eine Verbesserung Ihrer Hörleistung bemerkt haben.

Kontaktieren Sie uns!

Wir sind für Sie da, wenn Sie sich Sorgen um Ihr Gehör machen – genauso wie bei allen anderen Fragen rund um das Alter.

Das Gehör als Verbindung zu Ihrer Umwelt

Unser Gehör ist eine wichtige Brücke zu anderen Menschen und der Aussenwelt. Ob Kinderlachen, Bienensummen oder ein tropfender Wasserhahn: Viele wichtige Informationen erreichen uns über die Ohren.

Geräusche sind ein wichtiges Hilfsmittel, damit Sie Ihr Leben selbständig meistern können. Die Hupe im Verkehr macht Sie zum Beispiel auf eine drohende Gefahr aufmerksam. Die Türklingel informiert Sie, dass Sie Besuch haben. Und die Gespräche mit den Mitmenschen geben Ihnen Anschluss an das soziale Leben.

Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Hörfähigkeit so gut und so lange wie möglich erhalten. Ist das Gehör geschädigt, fehlen unserem Hirn wichtige Informationen für den Alltag.