Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)

Die AHV ist das wichtigste Sozialwerk der Schweiz. Die Altersrenten sollen den Versicherten einen finanziell gesicherten Ruhestand ermöglichen. Die Hinterlassenenrenten verhindern, dass die hinterbliebenen Kinder, der Ehepartner oder die Ehepartnerin einer verstorbenen Person in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Wie funktioniert die AHV?

Die AHV ist eine Volksversicherung, die auf der Solidarität zwischen den Generationen fusst. Sie umfasst alle in der Schweiz wohnhaften und erwerbstätigen Personen und finanziert sich nach dem Prinzip des Umlageverfahrens: Die aktiven Arbeitnehmenden kommen zusammen mit den Arbeitgebenden für die laufenden Renten auf. Zudem bezahlt der Bund einen fixen Anteil an die Rentenausgaben. Auch ein Teil der Mehrwertsteuer fliesst an die Renten.

Das Umlageverfahren ist die Methode zur Finanzierung der AHV: Es finanziert die laufenden Ausgaben mit den laufenden Einnahmen. Konkret sind es die Erwerbstätigen, welche die Rentnerinnen und Rentner finanzieren. Die eingenommenen Beiträge der wirtschaftlich aktiven Generation werden unmittelbar zur Finanzierung der Rentenleistungen verwendet. Der AHV-Ausgleichfonds gleicht kurzfristige Schwankungen aus. 

Die AHV-Beitragspflicht beziehungsweise die obligatorische Versicherung bei der AHV gilt grundsätzlich für alle Personen, die in der Schweiz wohnen oder arbeiten. Erwerbstätige Personen müssen ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Lebensjahres AHV-Beiträge entrichten. Für nichterwerbstätige Personen beginnt die Beitragspflicht am 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres. Die Beitragspflicht dauert bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters. Personen im Rentenalter, die weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgehen, müssen ebenfalls AHV-Beiträge entrichten. Dabei gilt ein Freibetrag von aktuell 1'400 Franken im Monat oder 16’800 Franken im Kalenderjahr.

Die Höhe der AHV-Rente ist nach oben und unten begrenzt. Seit dem 1. Januar 2021 beträgt die AHV-Minimalrente für Einzelpersonen bei voller Beitragsdauer monatlich 1'195 Franken. Die Maximalrente entspricht dem gesetzlich festgelegten Höchstbeitrag, auf den Sie bei Erreichen des Rentenalters Anspruch haben. Der Erhalt der Maximalrente hängt vom massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen und von der Beitragsdauer ab und ist doppelt so hoch wie die Minimalrente. Für eine Einzelperson beträgt die Maximalrente (bei voller Beitragsdauer) 2'390 Franken pro Monat, für Ehepaare und eingetragene Partnerschaften 3'585 Franken. Die Summe der beiden Einzelrenten eines Ehepaares darf nicht mehr als 150 Prozent der Maximalrente für Alleinstehende betragen.

Für die Berechnung der Altersrente sind zwei Faktoren bestimmend:

  1. Anrechenbare Beitragsjahre: Die Anzahl Jahre, in denen Sie AHV-Beiträge bezahlt haben: Falls Sie die AHV-Beiträge immer bezahlt haben, haben Sie Anspruch auf eine Vollrente und verzeichnen keine Kürzungen. Bei Beitragslücken erhalten sie hingegen nur eine Teilrente.
  2. Massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen: Das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen entspricht der Summe aus dem Durchschnitt der aufgewerteten Einkommen (Beiträge aus Erwerbstätigkeit, aus Nichterwerbstätigen-Beiträgen und aus gesplitteten Einkommen) und dem Durchschnitt der Erziehungs- und Betreuungsgutschriften. Je höher Ihr Lohn ist, umso höher sind die AHV-Beiträge, die Sie bezahlen müssen. Entsprechend fällt auch Ihre Rente höher aus – bis höchstens zu Maximalrente.

Darüber hinaus spielt für die Berechnung der Rente auch der Zivilstand eine Rolle. Für verheiratete Paare oder in einer eingetragenen Partnerschaft beträgt die Rente höchstens 150 Prozent einer Maximalrente für eine Einzelperson. Wenn die Summe der beiden Renten diesen Maximalbetrag übersteigt, sinkt die Rente.
 

Beitragslücken entstehen Ihnen, wenn Sie in einem Jahr oder während mehrerer Jahre keine AHV-Beiträge bezahlt haben oder wenn Sie keinen Anspruch auf Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften haben. Solche Beitragslücken führen zu einer Rentenkürzung: Für jedes fehlende Beitragsjahr verringert sich die Rente um 1/44.

Beitragslücken können Sie ganz oder teilweise mit Beiträgen kompensieren, die Sie während Ihrer Jugendjahre erwirtschaftet haben.

Erziehungs- und Betreuungsgutschriften sind Zuschläge zum Erwerbseinkommen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Geldleistungen, die direkt an die Begünstigten ausgezahlt werden, sondern um ein fiktives Einkommen, welches dem AHV-Konto gutgeschrieben und erst bei der Rentenberechnung berücksichtigt wird. 

Die AHV-Ausgleichskasse führt für jede Person ein individuelles Konto, welches die jährlichen Einzahlungen ausweist.

Die Ansprüche sind wie folgt geregelt:

  • Anspruch auf Erziehungsgutschriften: Personen, die Kinder betreuen;
  • Anspruch auf Betreuungsgutschriften: Personen, die sich um pflegebedürftige nahe Verwandte kümmern. Als pflegebedürftig gelten Menschen, die von der AHV, der IV, der Unfall- oder der Militärversicherung eine Hilflosenentschädigung beziehen.

Erziehungsgutschriften schliessen zusätzliche Betreuungsgutschriften aus. Für ein pflegebedürftiges Kind gilt, dass bis zum 16. Altersjahr Erziehungs- und anschliessend Betreuungsgutschriften geltend gemacht werden können.

Der Mischindex entspricht dem Durchschnitt von Lohn- und Preisindex. Der Bundesrat prüft den Mischindex in der Regel alle zwei Jahre, um die Renten der Lohn- und Preisentwicklung anzupassen. Die Renten werden früher angeglichen, falls die Teuerung innerhalb eines Jahres mehr als vier Prozent ausmacht. Auf diese Weise können bei den Renten sowohl die Teuerung als auch die Lohnentwicklung berücksichtigt werden.

Splitting bezeichnet die Methode, welche die Rente von Ehepaaren respektive eingetragenen Partnerschaften berechnet. Dazu werden die Einkommen zusammengezählt, die während der Ehejahre beziehungsweise während der Dauer der Partnerschaft erzielt wurden, und je zur Hälfte gutgeschrieben. Um die Voraussetzungen zur Einkommensteilung zu erfüllen, müssen die Ehepaare in den gleichen Kalenderjahren versichert gewesen sein. Die Methode des Splittings kommt erst dann zur Anwendung, wenn beide das Rentenalter erreicht haben, sie sich trennen oder voneinander scheiden lassen oder im Fall, dass der oder die Hinterbliebene Anspruch auf eine Altersrente hat.

Die Hilfslosenentschädigung ist ein Beitrag an die Pflege- oder Betreuungskosten für Altersrentnerinnen und -rentner. Als hilflos gelten Personen, die für alltägliche Verrichtungen wie etwa essen, aufstehen, ankleiden und absitzen auf Hilfe angewiesen sind, oder Personen, die wegen eines Gebrechens dauernde und besonders aufwändige Pflege benötigen, einer dauernden persönlichen Überwachung bedürfen oder wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur mit Hilfe Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen können. Diese Entschädigung wird unabhängig vom Einkommen und Vermögen der Person gewährt. Ihre Höhe ist einzig davon abhängig, wie stark die Person in ihrem Alltag eingeschränkt ist. Die AHV unterscheidet drei Stufen von Hilflosigkeit: leicht, mittel und schwer.

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Reform «Stabilisierung der AHV (AHV 21)»

Pro Senectute engagiert sich seit ihrer Gründung für ein finanziell abgesichertes und zeitgemässes Rentensystem. Nach den gescheiterten Versuchen, die Altersvorsorge anzupassen, erachtet Pro Senectute die Reform als dringend, um die Finanzierung der Renten zu gewährleisten. Pro Senectute hat sich zu den drei Kernelementen der Vorlage (Flexibilisierung Referenzalter, Erhöhung des Referenzalters für Frauen und Finanzierung) im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens geäussert.

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