Nahe bei italienischsprachigen Seniorinnen und Senioren

Antonietta Scottino weiss aus persönlicher Erfahrung, was es heisst, in der Schweiz ihren Platz zu finden. Heute besucht die gebürtige Süditalienerin regelmässig italienische Vereine in der Schweiz und informiert ältere Menschen über die persönliche Vorsorge. Ihr Erfolgsgeheimnis: Vertrauen schaffen und Raum geben.

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Wie ist es dazu gekommen, dass du als Italienisch-Übersetzerin auch im Bereich der Sensibilisierung von Migrantinnen und Migranten für die persönliche Vorsorge tätig geworden bist?

Als Tochter italienischer Einwanderer, geboren in Italien und aufgewachsen bei meiner analphabetischen Großmutter, habe ich immer Menschen in Schwierigkeiten geholfen und begleitet, indem ich eine einfache Sprache verwendete und so ihr Vertrauen gewann. Als ich in die Schweiz kam, hatte ich selbst Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache und der Mentalität. Daher kenne ich die Herausforderungen, die es bei der Integration zu überwinden gilt, sehr gut.

Nach meinem Studium habe ich viele Jahre ehrenamtlich in italienischen Vereinen in der ganzen Schweiz gearbeitet, weshalb ich die Schlüsselpersonen, ihre Aktivitäten und ihre Projekte sehr gut kenne. Die Berufserfahrung und die damit verbundene Funktion als «Brückenbauerin» bei Pro Senectute sowie die interne Weiterbildung haben mir geholfen, mich dem sensiblen Publikum der Migrantinnen und Migranten anzunähern. Auf diese Weise haben wir Projekte zum Informationsaustausch ins Leben gerufen, und heute sind wir bei Beratungen rund um den Docupass angelangt.

Wie und in welchem Rahmen informierst du ältere italienischsprachige Menschen in der Schweiz über die persönliche Vorsorge?

Ich erhalte regelmässig Einladungen zu Veranstaltungen von italienischen Vereinen, die in der Regel am Wochenende stattfinden. Meine Anwesenheit wird sehr geschätzt und gibt mir die Möglichkeit, Pro Senectute vorzustellen. Dies führt zu weiteren interessanten Bekanntschaften und Gesprächen bis hin zum Thema der persönlichen Vorsorge. Da ich im Kanton Aargau wohne und die meisten der in der Schweiz tätigen italienischen Organisationen kenne, fällt es mir nicht schwer, über ein Tabuthema wie Patientenverfügungen zu sprechen. Wichtig ist, das Thema mit einfachen Beispielen näherzubringen, welche Menschen betreffen, die sie kennen. So können sie sich damit identifizieren.

Sorgen Sie für den Ernstfall vor: der Docupass ist die anerkannte Gesamtlösung für die persönliche Vorsorge.

Zum Docupass

Welche Herausforderungen stellen sich dir bei deiner Arbeit?

Die erste grosse Herausforderung besteht darin, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Indem ich mich als Tochter von Migranten und Angehörige der ersten Generation vorstelle und eine sehr einfache Sprache verwende, teilweise auch Dialekt, schaffe ich es, ihre Neugier zu wecken und ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Es ist wichtig, ihnen den nötigen Raum für ihre Berichte und persönlichen Fragen zu lassen. Sie sind geprägt von Ängsten und Sorgen, etwas falsch zu machen und dafür bestraft zu werden. Kulturelle Barrieren lassen sich nur durch Austausch überwinden und dafür braucht es viel Zeit und Geduld. Für mich ist es selbstverständlich, Interesse zu zeigen und vor allem bei ihren – manchmal nicht sehr positiven – Migrationsgeschichten zuzuhören.

Eine schöne Rückmeldung, die dir in Erinnerung geblieben ist?

Am Ende einer Veranstaltung in Wohlen fragte mich ein Ehepaar höflich, ob es möglich wäre, in den Altersheimen des Kantons Aargau ein italienisches Abendessen mit einem Gläschen Rotwein zu bekommen. Wie gut ich sie verstehe!

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