Mein alterndes Gehirn: Vergesslichkeit, Alzheimer oder Demenz

Mal etwas vergessen, gehört zum Älterwerden. Doch wo liegt die Grenze zwischen Vergesslichkeit, Demenz und Alzheimer – der häufigsten Form von Demenz? Hier erfahren Sie, welche Warnzeichen Sie berücksichtigen sollten, wie Sie als Betroffener und Angehöriger mit der Krankheit umgehen und wie Sie einer Krankheit vorbeugen.

Auf welche Warnzeichen muss ich achten?

Eine Demenz wird von verschiedenen Warnzeichen begleitet. Bemerken Sie deutliche Veränderungen in den folgenden Punkten, hilft Ihnen Ihr Hausarzt, mögliche Ursachen abzuklären:

Sie haben den wöchentlichen Kaffee-Treff schon wieder vergessen. Es fällt Ihnen zunehmend schwer, sich an vergangene Gespräche oder Abmachungen zu erinnern. Um diese Erinnerungslücken zu kaschieren, ertappen Sie sich, wie sie Ausreden erfinden oder Anderen die Schuld zuweisen.

Das Bügeln der Wäsche dauert in letzter Zeit doppelt so lange wie früher. Alltägliche Aufgaben sind anstrengender geworden. Vertraute Abläufe sind immer schwieriger zu bewältigen. Sie machen häufiger Fehler. 

Die Planung einer Reise mit Ihren Enkeln bereitet Ihnen im Gegensatz zu früher grosse Mühe. Die Organisation und Koordination von Aktivitäten scheint Ihnen allgemein zunehmend anstrengend oder sogar unmöglich. 

Als sie feststellen, dass Ihr Portemonnaie verschwunden ist, fühlen Sie sich hilflos. Sie wissen nicht wie Sie mit der Situation umgehen sollen, obwohl Sie Ähnliches schon erlebt haben. Unvorhergesehene Ereignisse überfordern Sie so stark, dass Sie auf Hilfe aus Ihrem Umfeld angewiesen sind. 

Schon wieder können Sie beim Telefongespräch mit Ihrer besten Freundin den Satz nicht beenden. Das gesuchte Wort ist auf einmal aus Ihrem Kopf verschwunden.
Es fällt ihnen schwer, sich richtig auszudrücken. Weil Sie Ihre Gedanken nicht mehr in Worte fassen können, werden Sie schweigsamer und gehen Gesprächen bewusst aus dem Weg.

Auf dem Weg zu Ihrem langjährigen Zahnarzt haben Sie sich zweimal verlaufen.
Sie haben Schwierigkeiten, sich in Ihrer bekannten Umgebung zu orientieren. Auch die zeitliche Einordnung von Ereignissen bereitet Ihnen Mühe.

Der Jass-Abend ist so anstrengend geworden. Nächste Woche möchten Sie am liebsten gar nicht mehr hingehen. Interessen und Hobbies vernachlässigen Sie zunehmend um den damit verbundenen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. 

Früher waren Sie mutig. Heute scheint Ihnen die Welt voller Gefahren. Wenn Sie das Haus verlassen, haben Sie Angst von einem Auto angefahren zu werden oder über die Stufen vor dem Laden zu stolpern. Auffällige Veränderungen in der Persönlichkeit wie extremes Misstrauen oder Angst gehen oft mit einer Demenzerkrankung einher.

Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie oder eine nahestehende Person von Demenz betroffen ist? Der Demenz-Test gibt Ihnen Aufschluss darüber, ob eine Abklärung bei Ihrem Hausarzt sinnvoll ist.

Zusammen leben mit Demenz: Älteres Ehepaar auf einer Bank

«Mein Mann hilft mir bei der Organisation des Alltags. Dank mehrfachen Erinnerungen durch mein Handy, verpasse ich meine Termine nicht mehr.»

Wie sieht ein Leben mit Demenz aus?

Der Verlauf einer Demenz-Erkrankung folgt drei Phasen:

  1. Mit einer leichten Demenz-Erkrankung können Sie ein aktives und weitestgehend selbständiges und unverändertes Leben führen.
  2. Im Stadium einer mittleren Demenz benötigen Sie Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags.
  3. Eine schwere Demenz-Erkrankung bedeutet Pflegebedürftigkeit. In dieser Phase ist ein Umzug ins Heim meist unausweichlich.

Die Länge der Phasen unterscheidet sich je nach Form der Demenz, der Behandlung und den persönlichen Voraussetzungen.
Eine gute Planung und die Nutzung von Betreuungsangeboten erlauben es Ihnen, möglichst lange in Ihrer gewohnten Umgebung zu leben.

Wie gehe ich im Alltag mit meiner Demenz-Erkrankung um?

Informieren Sie sich über die Auswirkungen einer Demenz. Ihr Wissen hilft Ihnen, sich mit der neuen Situation zurechtzufinden. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, sich in Ihrem Alltag wohlzufühlen.

Ganz alleine den Einkauf erledigen, das ist ganz schön herausfordernd geworden. Trotzdem sind Sie danach immer wieder stolz auf sich selber.

Trainieren Sie Ihre Selbständigkeit. Erledigen Sie Aufgaben selber, auch wenn es jetzt länger dauert oder ab und zu Fehler passieren.

Sie waren immer sehr gesellig. Jetzt fühlen Sie sich aber im Umgang mit anderen oft unsicher.

Demenz ist kein Grund, sich zurückzuziehen. Geniessen Sie die gemeinsamen Erlebnisse mit Freunden und Familie.

Am liebsten möchten Sie jetzt einfach Ihr Leben geniessen, solange es Ihnen noch gut geht. Es bringt doch nichts, sich jetzt den Kopf zu zerbrechen.

Machen Sie sich Gedanken über Ihre Zukunft und regeln Sie persönliche Angelegenheiten rechtzeitig. Mit den richtigen Vorsorgedokumenten, z.B. dem Vorsorgedossier DOCUPASS, können Sie bis  zum Schluss selber über Ihre Behandlung bestimmen.

Auch für das soziale Umfeld ist es herausfordernd, mit einer Demenz-Erkrankung umzugehen. Auf memo-info.ch finden Sie noch mehr Tipps für ein gutes Zusammenleben mit Demenz.

Wie schütze ich mich vor Demenz und Alzheimer?

Einen vollständigen Schutz vor Demenz gibt es nicht. Auf gewisse Risikofaktoren wie das Alter oder die genetische Veranlagung können Sie keinen Einfluss nehmen.
Mit ein paar Tipps kann aber das Risiko einer Erkrankung verkleinert werden. Ein gesundes Gehirn ist widerstandsfähiger und besser gegen den Abbau der geistigen Fähigkeiten gerüstet.

Regelmässige Bewegung beeinflusst das Gewicht, den Blutdruck und das Gemüt positiv. Körperliche Aktivitäten reduzieren das Demenzrisiko. Werden Sie noch heute aktiv und informieren Sie sich über das Sport- und Bewegungsangebot von Pro Senectute.

Auch Ihr Gehirn braucht regelmässiges Training. Das Lernen einer neuen Fremdsprache, Musizieren, Kartenspiele und ähnliche Aktivitäten fordern Ihre Gedächtnisleistungen. 
Unser Freizeitangebot bietet Ihnen eine breite Auswahl.

Vermeiden Sie Risiken wie Rauchen, Übergewicht und erhöhter Blutdruck. Die gleichen Faktoren, die das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen, erhöhen das Risiko für eine Demenz-Erkrankung. Grundsätzlich gilt: Was Ihrem Herz guttut, ist gut für Ihr Gehirn!

Soziale Aktivitäten halten Ihren Geist jung. Nehmen Sie sich regelmässig Zeit für Ihre Familie und Freunde. In Kombination mit einem Spaziergang tun Sie damit auch Ihrem Körper etwas Gutes.
Unser Freizeitangebot bietet viele Gelegenheiten neue Freundschaften zu schliessen.

Eine ausgewogene Ernährung hilft Ihnen Gehirn und Körper gesund zu halten. Geniessen Sie Salz, Zucker, Fertigmahlzeiten und gesättigte Fettsäuren im Mass. Früchte und Gemüse sowie Vollkornprodukte und Reis wirken sich positiv auf Ihre Gesundheit aus. 
Informieren Sie sich über die richtige Ernährung im Alter.

Wie handle ich bei einem Demenzverdacht?

Sprechen Sie darüber, wenn Sie vermuten, dass Sie oder jemand in Ihrer Nähe von Demenz betroffen ist. Eine frühe Diagnose und Behandlung kann den weiteren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Demenz ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar. 
Eine Untersuchung beim Hausarzt liefert erste Antworten. Sollte sich Ihr Verdacht bestätigen, wird er Sie an einen Spezialisten weitervermitteln.

 

Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie oder eine nahestehende Person von Demenz betroffen ist?

Gerne unterstützen wir Sie in einem persönlichen Gespräch und beantworten alle Ihre Fragen.

Fakten und Zahlen

Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns: Betroffen sind die Gedächtnisleistungen und die kognitiven Fähigkeiten. Diese Beeinträchtigungen bedeuten für Betroffene eine Einschränkung oder gar den Verlust der Selbständigkeit. 

In der Schweiz leben rund 116‘000 Menschen mit einer Demenzkrankheit. Aufgrund des demografischen Wandels wird sich diese Zahl bis 2050 voraussichtlich verdreifachen.

Demenz betrifft nicht nur Personen im Pensionsalter. Auch jüngere Personen können an Demenz erkranken. Mit zunehmendem Alter steigt das Demenzrisiko stark an. Von den über 90-Jährigen sind rund ein Drittel von Demenz betroffen. In der Altersgruppe 65-69 Jahre hingegen weniger als 2 Prozent.

Die genetische Veranlagung spielt insbesondere bei Betroffenen eine Rolle, die jung an einer Demenz erkranken.

Wie unterscheiden sich Alzheimer und Demenz?

Demenz ist ein Sammelbegriff für Krankheiten, die das Gehirn und die kognitiven Fähigkeiten angreifen. Alzheimer ist dabei die häufigste Form, die rund die Hälfte der Krankheitsfälle ausmacht.
Bei einer Alzheimer-Erkrankung sterben in Teilen des Gehirns die Nervenzellen ab. Dies führt zu einer Verkleinerung des Hirns, die weitere neurobiologischen Folgen nach sich zieht.