Finanzielle Unterstützung, um das Existenzminimum zu decken

Genügt Ihre Rente nicht, um alle nötigen Ausgaben zu bezahlen? Armut im Alter ist keine Seltenheit. Informieren Sie sich über Ihre Möglichkeiten finanzielle Unterstützung zur Sicherung Ihres Existenzminimums.
Seniorin, die finanzielle Unterstützung erhält.

«Im Winter muss ich immer noch mehr sparen. Das Holz für meine alte Heizung kostet einiges und ich weiss gar nicht mehr, woher ich das Geld nehmen soll.»

Von meiner Rente kann ich nicht leben. Was kann ich tun?

Ihre kaputte Brille sollte unbedingt ersetzt werden, aber woher Sie das Geld nehmen sollen, wissen Sie nicht? In solchen und ähnlichen Situationen können Sie je nach persönlicher Lage unterschiedliche Arten der finanziellen Unterstützung beantragen. 

Ihre Rente reicht nie bis Ende Monat, obwohl Sie sparen, wo es nur geht. Eigentlich sollten die Beiträge der staatlichen Vorsorge doch ausreichen, um Ihren Grundbedarf zu decken, oder? 
Wenn Ihre Renten aus der AHV und der beruflichen Vorsorge Ihren Lebensbedarf nicht decken können, haben Sie wahrscheinlich Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Mit diesen sichern Sie Ihr Existenzminimum. Ergänzungsleistungen sind also keine Sozialhilfe. Um Ergänzungsleistungen beziehen zu können, müssen Sie einen Antrag an Ihre kantonale EL-Stelle richten. 
Beziehen Sie Ergänzungsleistungen, profitieren Sie von zusätzlichen Vergünstigungen. Beispielsweise werden von der EL auch Krankheitskosten entschädigt (z. B. Selbstbehalt und Franchise der Krankenkasse, Zahnarztkosten etc.). Einige Kantone und Gemeinden leisten zusätzliche Zahlungen, um die kantonalen Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten auszugleichen.

Möchten Sie wissen, ob Sie Anrecht auf Ergänzungsleistungen haben? Mit unserem EL-Rechner (Berechnung von Ergänzungsleistungen) können Sie Ihren Anspruch provisorisch berechnen. 

Die individuelle Finanzhilfe unterstützt Sie bei dringend notwendigen Ausgaben, die weder durch private Mittel noch durch die Sozialversicherungen bezahlt werden. Der bewilligte Betrag wird unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Situation festgelegt. 
Informieren Sie sich in unserem Merkblatt zur individuellen Finanzhilfe darüber, ob Sie die Kriterien für ein Gesuch erfüllen.

Die individuelle Finanzhilfe wird aus der AHV finanziert. Über die eingegangenen Anträge entscheidet Pro Senectute im Auftrag des Bundes.

Ihr Gesuch um individuelle Finanzhilfe zur Reparatur Ihrer Heizung wurde abgelehnt. Aus eigener Tasche können Sie die Reparatur aber unmöglich bezahlen. 
Stiftungen und Kirchen ergänzen die staatlichen Leistungen mit ihrer privaten finanziellen Unterstützung. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Armut im Alter. 
Wir von Pro Senectute unterstützen Sie mit Beiträgen aus dem Einzelhilfefonds dort, wo Sie sonst keine finanzielle Unterstützung erhalten.

Erscheint es Ihnen unmöglich, den Überblick über die verschiedenen Varianten der finanziellen Unterstützung zu behalten? Das macht nichts, wir helfen Ihnen gerne bei Ihren Fragen. Zusätzlich zur Beratung zu finanziellen Fragen kümmern wir uns gemeinsam mit Ihnen um weitere wichtige Dinge:

  • Wir beraten Sie bei allen nötigen administrativen Arbeiten, wie beispielsweise bei der Rückforderung von Krankheitskosten.
  • Ihr Gesuch um finanzielle Unterstützung füllen wir gemeinsam mit Ihnen aus und leiten es an die richtige Stelle weiter.
  • Wir informieren Sie über vergünstigte Freizeitangebote und Dienstleistungen und unterstützen Sie bei Ihrer Lebensgestaltung. Armut ist kein Grund für Einsamkeit.

Welches sind Gründe für Armut im Alter?

Armut im Alter kann selten an einem einzelnen Faktor festgemacht werden. Meistens liegt den finanziellen Problemen ein Zusammenspiel von mehreren Ereignissen zugrunde. Die häufigsten Gründe lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen.

Durch Erwerbslücken sinkt Ihre AHV-Rente. In eine solche Situation geraten ganz  unterschiedliche Menschen:

  • Frauen, die zugunsten des Haushalts und der Kinder auf einen eigenen Lohn verzichten.
  • Menschen, die wegen Krankheit ihre Berufstätigkeit beenden oder das Arbeitspensum einschränken müssen.
  • Langzeitarbeitslose.
  • Migranten, die nicht während ihrer gesamten Erwerbszeit AHV-Beiträge in der Schweiz leisten. Allfällige ausländische Rentenansprüche genügen in den meisten Fällen nicht, um den Lebensunterhalt in der Schweiz zu decken.

Hinzu kommt, dass tiefe Einkommen nur kleine oder gar keine Pensionskasseneinzahlungen  erlauben. Im Pensionsalter erhalten diese Menschen dann nur eine kleine Rente aus der beruflichen Vorsorge und sind deshalb auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen.

Vielleicht haben hohe finanzielle Belastungen während Ihrer Erwerbszeit dazu geführt, dass Sie Ihrer Altersvorsorge über das Obligatorium hinaus keine Beachtung schenken konnten. Die ursprünglichen Gründe für finanzielle Engpässe im Alter können sehr vielfältig sein. Einige Beispiele: 

  • Hohe Krankheitskosten fallen meistens unvorbereitet an. Ihre obligatorische Krankenversicherung deckt nur Ihre Spitalaufenthalte. Therapeutische Nachbehandlungen und Pflegekosten müssen Sie meistens aus der eigenen Tasche bezahlen.
  • Als alleinerziehender Elternteil tragen Sie die Kosten Ihrer Kinder selber. Die indirekten Kosten der Kinderbetreuung belasten Ihre finanzielle Situation zusätzlich.
  • Unüberlegte Schenkungen oder Unterstützungsbeiträge an nahestehende Personen könnten Ihnen später fehlen.
  • Wenn Sie Ihre Pensionskassengelder frühzeitig für andere Zwecke, zum Beispiel für den Kauf einer eigenen Wohnung verwendet haben, können Sie später nicht mehr darauf zurückgreifen.

Freunde und Bekannte sind Ihnen bei vielen Problemen eine grosse Hilfe. Leider aber können sich nicht alle älteren Menschen auf ein soziales Netzwerk stützen. Wenn Sie zu den Letzteren gehören, sind Sie in vielen Fällen gezwungen, teure Hilfe in Anspruch zu nehmen. Besonders mühsam und finanziell aufwändig ist dies bei alltäglichen Aufgaben wie Kochen oder Zahlungen ausführen.

In unserer Studie «Leben mit wenig Spielraum» finden Sie vertiefte Informationen zu den Ursachen und Problemen von  Armut im Alter.

Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch mit uns.

Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Fakten und Zahlen

In keiner Altersgruppe sind Vermögen und Einkommen so ungleich verteilt, wie bei den über 60-Jährigen. Dank dem guten Schweizer Sozialversicherungssystem können viele ältere Menschen ohne finanzielle Sorgen leben. Trotzdem sind rund zwölf Prozent der Rentner auf Ergänzungsleistungen angewiesen, um ihr Existenzminimum zu sichern.
Von Armut im Alter sind besonders Frauen und Zu- bzw. Auswanderer betroffen, die nicht ihr ganzes Leben durchgehend in der Schweiz gearbeitet haben.