Hintergrundinformationen rund um das Alter

Unser breites gerontologisches Wissen stammt aus der Forschung und aus der Praxis unserer Mitarbeitenden. Hier finden Sie Hintergrundinformationen zu verschiedenen Altersthemen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten Zehntausende aus Südeuropa in die Schweiz ein, um hier zu arbeiten. Die erste Einwanderergeneration hat das Pensionsalter längst erreicht und die damals fehlende Integrationspolitik macht sich zwischenzeitlich bemerkbar: Die Einwanderer der 50er- und 60er-Jahre haben als Spätfolge der schweren Arbeit in Tieflohnbereichen einen schlechteren Gesundheitszustand und tiefere Renten als gleichaltrige Schweizer und Schweizerinnen. Trotzdem nutzen sie weniger häufig Unterstützungs- und Pflegeangebote. Grund dafür sind oft Sprachschwierigkeiten und mangelnde Kenntnis des schweizerischen Sozialsystems.

Mehr Informationen zur Lebenssituation von älteren Migrantinnen und Migranten finden Sie auf der Website der Fachtagung «Alter und Migration» und dem «Forum Alter & Migration», einem Netzwerk, welches über die Lebenssituation der älteren Migrationsbevölkerung informiert, Bildungskurse anbietet und auf politischer Ebene lobbyiert.

In keiner Altersgruppe sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich so gross wie bei den Senioren. Schätzungsweise ein Achtel der älteren Bevölkerung in der Schweiz ist von Armut betroffen. Weil sich viele Betroffene schämen und sich zurückziehen, bleibt Armut im Alter oft im Verborgenen. Die wichtigsten Fakten und Zahlen zur Altersarmut in der Schweiz haben wir für Sie zusammengestellt.

Noch mehr Informationen finden Sie in der Studie «Leben mit wenig Spielraum. Altersarmut in der Schweiz».

Dank Ihrer Hilfe können wir armutsbetroffene Senioren unterstützen. Mit den Spenden aus der Herbstsammlung helfen wir dort, wo wir gebraucht werden. Hier geht’s zur aktuellen Herbstsammlung.

Die Altersvorsorge liegt uns am Herzen. Seit der Gründung von Pro Senectute 1917 setzen wir uns für eine gesetzlich geregelte Altersvorsorge ein und bringen die Anliegen älterer Menschen in die Alterspolitik ein. Den Vorschlag des Bundesrates zur Reform der Altersvorsorge 2020 unterstützen wir. Die geplante Revision ist zielgerichtet und sorgt auch weiterhin für Solidarität zwischen den Generationen.

Hier finden Sie genauere Informationen zur Altersreform 2020 und zum Engagement von Pro Senectute für ein gutes Gelingen der Reform.

Pro Senectute ist überzeugt, dass Menschen über 60 eine wichtige Rolle in unserer  Gesellschaft einnehmen – heute und in Zukunft. Entsprechend gut sollten die Rahmenbedingungen für sie sein: Dies gilt einerseits für den Arbeitsplatz, damit sie bis zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung und – sofern sie dies wünschen – auch darüber hinaus gesund und motiviert im Arbeitsprozess integriert bleiben. Andererseits aber auch für die Zeit nach dem Erwerbsleben.

Die Fachstelle AvantAge bietet Seminare für Arbeitnehmende und Arbeitgebende zur Gestaltung des Berufslebens ab 50. Pro Senectute unterstützt die Gestaltung des Überganges zwischen bezahlter Arbeit und nachberuflicher Zukunft mit Pensionierungskursen.

Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht über die Pensionierung hinaus berufstätig sein werden, aber dennoch aktiv bleiben wollen, bieten wir attraktive Möglichkeiten. Bei Pro Senectute engagieren sich rund 18’000 Personen, indem sie für den Mahlzeitendienst fahren, ältere Menschen bei der Administration unterstützen und sie besuchen gehen oder Primarschüler im Klassenzimmer begleiten. Mehr Informationen finden Interessierte im Dossier Freiwilligenarbeit.

Angehörige spielen eine zentrale Rolle bei der Betreuung und Pflege von Familienmitgliedern daheim. Gemäss Spitex-Studien erbringen sie Betreuungs- und Pflegeleistungen im Wert von 3,5 Mia. Franken, sofern diese Gratisarbeit bezahlt würde. Die Hauptlast der Betreuung und Pflege tragen noch immer die Frauen. In der Deutschschweiz sind zwei Drittel der pflegenden Angehörigen weiblich, in der Romandie drei Viertel und im Tessin sind es gar über 80 % ... auch wenn die Männer aufholen.

Frauen stehen seit Jahrzehnten zunehmend selbst im Erwerbsleben und werden künftig weniger Zeit für die Pflege und Betreuung der Angehörigen aufbringen können. Diese bringt zudem – auch für die Männer – hohe Belastungen mit sich: Die chronische Sorge über die Gesundheit des Angehörigen, das Fehlen von Auszeiten für sich selbst und die finanzielle Belastung können zu sozialer Isolation führen. Die Betreuenden werden dann häufig selber krank.

Pro Senectute organisierte im Mai 2016 eine nationale Fachtagung zum Thema pflegende Angehörige. Informationen zum Programm finden Sie hier.

Das Alter ist ein unvermeidbarer Risikofaktor für eine Demenzerkrankung. Mit der steigenden Lebenserwartung wächst deshalb auch die gesellschaftliche Bedeutung von Demenz. Gemeinsam mit der Alzheimervereinigung informieren wir die schweizerische Bevölkerung mit der Kampagne «Demenz kann jeden treffen» über Demenz.

Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen rund um Demenz zusammengefasst.

Mehr Informationen und Bilder zur Kampagne «Demenz kann jeden treffen» finden Sie auf www.memo-info.ch.

Handys, Tablets und Internet sind nicht mehr aus unserer Gesellschaft wegzudenken. Viele Senioren sind überzeugt, dass das Internet ihnen hilft, länger selbstständig zu bleiben. In unserem Auftrag hat das Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich zum zweiten Mal das Internetverhalten der Senioren untersucht.

Wir haben die wichtigsten Aussagen aus der Studie für Sie zusammengefasst.

Die vollständige Studie «Digitale Senioren» finden Sie hier.

Für ältere Menschen sind TV und Radio die zweitbeliebteste Informationsquelle nach dem Internet. Service Public ist eine wichtige Ressource, um sich zu informieren, aber auch für die soziale Teilhabe von älteren Menschen. Lesen Sie hier die Stellungnahme von Pro Senectute für das Hearing Service Public vom April 2015.

Pro Senectute trägt die bundesrätliche Strategie Gesundheit 2020 im Bereich Lebensqualität und Chancengleichheit aktiv mit:

Wir geben unser Wissen aus der Sozialberatung und dem Kursangebot weiter und liefern fachlichen Input zur Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten, zum Thema Sucht im Alter und zur Förderung der Gesundheit von älteren Menschen mit Migrationshintergrund.

Wir partizipieren ebenfalls an Projekten zur Gesundheitsförderung im Bereich Bewegung für ältere Menschen.

Wir leben in einer Gesellschaft des langen Lebens. Schon heute ist fast ein Fünftel der schweizerischen Bevölkerung über 80 Jahre alt. Bis 2060 wird sich diese Zahl voraussichtlich mehr als verdoppeln. Umso wichtiger ist es, dass wir uns mit den Herausforderungen der Hochaltrigkeit beschäftigen.

Wir haben die wichtigsten Informationen zur Hochaltrigkeit in der Schweiz für Sie gesammelt.

In unserer Gesellschaft gibt es keine Selbstständigkeit ohne Mobilität. Die eigene Beweglichkeit ist eine zentrale Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und selbständig zu leben. Mit dem Auto, Velo, öffentlichen Verkehr oder zu Fuss: Wer seine Mobilität einbüsst, ist stärker auf Hilfe von anderen angewiesen. Im schlimmsten Fall sind Betroffene komplett abhängig und sozial isoliert.

Sicherheit im Verkehr

Senioren sind aufgrund der höheren körperlichen Verletzlichkeit im Strassenverkehr besonders gefährdet, sei es als Autolenker oder als Fussgänger. Dies zeigt auch der Bericht der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) zur «Sicherheit älterer Verkehrsteilnehmer».

Autofahren im Alter

Das Auto ist für viele Senioren ein wichtiges Fortbewegungsmittel. Viele von ihnen sind heute bis weit nach der Pensionierung mit dem Auto unterwegs. Sie sind umsichtige und verantwortungsbewusste Autolenker. Nur 10,2 Prozent der tödlichen Unfälle im Strassenverkehr werden durch Senioren über 70 verursacht. Senioren fahren kaum unter Alkoholeinfluss, selten zu schnell und benützen öfter den Sicherheitsgurt als ihre jüngeren Zeitgenossen. Ihre grösste Schwachstelle im Strassenverkehr ist das Abbiegen an Kreuzungen. Ausserdem verursachen Senioren mehr Unfälle beim Parkieren.

Ältere Autolenker und die Fahreignungsabklärungen sind ein regelmässiges Thema in der Politik. Ein Beispiel ist die parlamentarische Initiative zur Anhebung der Altersgrenze für die Kontrolluntersuchungen.
Zudem hat der Bundesrat per 1. Juli 2016 neue Vorgaben in Kraft gesetzt, die die Qualität der obligatorischen Fahreignungsabklärungen im Alter verbessern sollen. Genauere Informationen zu den Neuerungen finden Sie hier.

Pro Senectute unterstützt die Mobilität von Senioren

Ältere Menschen haben besondere Bedürfnisse im Strassenverkehr. Diese gilt es zu beachten, um die Lebensqualität der Senioren und Seniorinnen in der Schweiz sicherzustellen.

Pro Senectute engagiert sich mit verschiedenen Angeboten bei der Unfallprävention und für den Erhalt der Mobilität:

  • Sport- und Bewegungsgruppen
  • Freiwilliges Fahrtraining mit dem Auto, Velo oder E-Bike
  • Kurse zum digitalen Ticketing und zu Billett-Automaten in Zusammenarbeit mit den SBB
  • Fahrdienste für Senioren mit eingeschränkter Mobilität

Fahrdienste unterstützen viele ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu günstigen Tarifen. Da immer mehr Senioren zu Hause wohnen, werden solche Dienste je länger je wichtiger. Aufgrund des beschränkten Angebots und der Kosten haben aber viele Senioren immer noch keinen Zugang zu Fahrdiensten.

Die überwiegende Mehrheit der Menschen im Pensionsalter lebt zuhause. Momentan 90 Prozent aller über 65-Jährigen, aber auch bei Hochaltrigen ab 85 sind es noch immer 57 Prozent. Für die Zukunft zeichnen sich zwei Trends ab: Demografiebedingt werden mehr ältere Menschen zuhause wohnen, und dies auch länger.

Pro Senectute zeigt mit der Studie «Erst agil – dann fragil» die Bedürfnisse, aber auch die Lücken bei der ambulanten Betreuung zuhause.

Mehr Information zu den Service-Angeboten, die Pro Senectute bereits heute anbietet, finden Sie in unseren Dienstleistungen.

Das Center for Disability and Integration der Universität St. Gallen (CDI-HSG) hat im Auftrag von Pro Senectute die Trends und Kosten in der ambulanten sowie stationären Betreuung und Pflege von Menschen im Alter 65 plus berechnet. Fazit: Die Kosten für die Betreuung und Pflege zuhause steigen bis 2030 um 45 %, jene im stationären Bereich um 28%.

Stürze im Alter sind leider keine Seltenheit. Rund 83‘000 Menschen im Pensionsalter stürzen jährlich in der Schweiz. Diese Stürze verursachen Kosten von rund 1.6 Mia. Franken für Heilung und Pflege. Ein Sturz im Alter führt häufig zum Verlust von Mobilität und Selbständigkeit.

Regelmässiges Training von Kraft und Gleichgewicht trägt viel zu einer verbesserten Mobilität im Alter bei. Gemeinsam mit der bfu und weiteren Partnern, möchten wir insbesondere ältere Menschen zu regelmässiger Bewegung ermuntern. Auf der Webseite «sicher stehen – sicher gehen» finden Sie Trainingsübungen für zuhause, ein breites Kursangebot sowie alle Informationen zur Kampagne.

Die Debatte um die organisierte Beihilfe zum Suizid ist Ausdruck eines sozialen Wandels. Das Nützlichkeitsdenken macht auch vor Sterben und Tod nicht Halt. Für Pro Senectute muss beides Platz haben: das Sterben zur rechten – vielleicht selbst definierten Zeit und die würdige Behandlung eines Lebens, das sich zum Erlöschen Zeit nimmt.

Unser Positionspapier zum Alterssuizid beleuchtet das Thema von verschiedenen Seiten: Wir anerkennen das Recht von Suizidwilligen, ihr Leben – auch unter der Beihilfe anderer Personen – beenden zu wollen. Ebenso wichtig ist für uns aber die Frage, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen es braucht, dass Menschen «gut altern» und sterben können.