Gesundheitsreform 2020

Der Bundesrat hat im Januar 2013 die Strategie Gesundheit 2020 verabschiedet. Pro Senectute ist im Teilbereich «Lebensqualität» bei folgenden vier Projekten aktiv und beteiligt sich am Projekt «Via – Best Practice, Gesundheitsförderung im Alter»:
  • Teilnahme an der Anhörung zur nationalen Strategie Sucht
  • Teilnahme an der Anhörung zur nationalen Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD)
  • Umsetzung Aktionsplan Demenzstrategie
  • Input für Massnahmenplan des Programmes «Migration und Gesundheit» des Bundesamts für Gesundheit (BAG)

Nationale Strategie Sucht

Die Strategie Sucht wurde von einem Expertengremium mit Vertretern aus Kantonen, Gemeinden, Fachverbänden, NGOs und Akteuren aus Public-Health, Suchtbehandlung und -hilfe erarbeitet.

Die Strategie will von bisherigen Teilpolitiken wegkommen und alle Suchtformen (Alkohol-, Tabak-, Drogen-, Spielsucht, Medikamentenmissbrauch etc.) in einen umfassenden Ansatz einbinden. Ziel ist es, Abhängigkeit vorzubeugen, die damit verbundenen gesundheitlichen Schäden zu verringern, den betroffenen Menschen die erforderliche Hilfe und Behandlung bereitzustellen und negative Auswirkungen auf die Gesellschaft zu verhindern.

Teilnahme Anhörung durch Pro Senectute

Pro Senectute hat die Nationale Strategie Sucht 2017–2024 auf die Bedürfnisse älterer Menschen und die Fragestellungen der Altersarbeit hin untersucht und Stellung genommen. Wir unterstützen die Schwerpunkte der Strategie Sucht (Vier-Säulen-Modell: Prävention, Therapie, Schadensminderung, Repression) und die Einschätzung der allgemeinen Lage, bemängeln jedoch die zu wenig differenzierte Sichtweise auf ältere Menschen. Die Strategie muss sich vertieft mit den spezifischen Situationen, die eine Sucht im höheren Alter mit sich bringt, auseinandersetzen. Der Zusammenhang zwischen Risikoverhalten und Lebenssituation bei älteren Menschen insgesamt und auch bei Migrantinnen und Migranten muss besser untersucht werden. Dies gilt spezifisch für die Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit (v. a. Benzodiazepine) sowie den Medikamentenkonsum bei Multimorbidität.

Wo steht der Prozess heute?

Vom 8. Mai bis zum 11. Juli 2015 fand eine öffentliche Anhörung statt, an der Pro Senectute teilnahm. Der Strategieentwurf wird derzeit überarbeitet und im Herbst dem Bundesrat vorgelegt. In einem nächsten Schritt wird zusammen mit den wichtigsten Partnern ein Massnahmenplan erarbeitet, ab 2017 beginnt die Umsetzung.

Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD)

Die vier nicht übertragbaren Krankheiten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Krankheiten der Atmungsorgane und Diabetes verursachen in der Schweiz rund 75 % der Todesfälle (Männer: 74,6 %, Frauen: 75,9 %). Der Bundesrat will deshalb die Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung intensivieren und hat eine nationale Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten erarbeitet. Deren Ziel: Unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status sollen mehr Menschen gesund bleiben oder trotz chronischer Krankheit eine hohe Lebensqualität geniessen. Die Bevölkerung soll dabei unterstützt werden, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.

Aktueller Prozess – Teilnahme Anhörung durch Pro Senectute

Pro Senectute hat an der Anhörung teilgenommen und Stellung genommen. Die Umsetzung der Massnahmen ist für 2017 geplant.

Aktuelle, politische Entwicklungen

Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz hat beim Eidgenössischen Departement des Innern eine Erhöhung des Zuschlags auf der Krankenkassenprämie beantragt. Damit soll unter anderem die Gesundheit im Alter stärker gefördert werden und das Gesundheitssystem von chronischen, nichtübertragbaren Krankheiten entlastet werden.

Als erfahrene Akteurin in Gesundheitsförderung und Prävention begrüsst Pro Senectute die zusätzliche Unterstützung der Gesundheitsförderung. Wir verstehen den Antrag des EDI als klares Bekenntnis zur Gesundheitsförderung im Alter gemäss der Strategie «Gesundheit 2020».

Das Eidgenössische Departement des Innern hat am 1. Juli 2016 die entsprechende Verordnung zur Erhöhung des Zuschlags erlassen. Die Verordnung tritt am 1. Januar 2017 in Kraft.

Nationale Demenzstrategie 2014–2017

In der Schweiz leben heute rund 116’000 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Ihre Zahl wird sich bis 2050 auf über 300’000 Personen verdreifachen. Bund und Kantone haben den Handlungsbedarf erkannt. Die nationale Demenzstrategie soll zu einem besseren Verständnis der Krankheit und ihrer Symptome führen und die Akzeptanz der Betroffenen in der Gesellschaft verbessern. Dazu gehören auch die Entwicklung und der Ausbau der Versorgungsangebote.

Pro Senectute und die Schweizerische Alzheimervereinigung haben im Mai 2015 als Teil dieses Aktionsplanes die erste nationale Sensibilisierungskampagne «Demenz kann jeden treffen» lanciert. Kernstück der Kampagne ist die dreisprachige Informationsplattform www.memo-info.ch.

Migration und Gesundheit

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat mit dem Programm «Migration und Gesundheit» die Ziele für die Verbesserung der gesundheitlichen Situation von älteren Migrantinnen und Migranten vorgegeben. Pro Senectute untersucht im Hinblick auf die Verlängerung des Programms bis 2017, welche Dienstleistungen von älteren Menschen mit Migrationshintergrund genutzt werden, welche Angebote besonders beliebt sind und wo es Lücken gibt. Die Resultate werden in den künftigen Massnahmenplan des BAG aufgenommen.

Projekt «Via – Best Practice, Gesundheitsförderung im Alter»: der Beitrag von Pro Senectute

Seit 2011 engagiert sich die Gesundheitsförderung Schweiz mit dem Projekt Via für ein gesundes Altern in der Schweiz. Denn Gesundheitsförderung im Alter erhöht nachweislich die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen das dritte und vierte Lebensalter möglichst lange selbständig zu Hause, in guter Gesundheit und mit einer hohen Lebensqualität verbringen können.

Das Projekt «Via – Best Practice, Gesundheitsförderung im Alter» wird in zehn Kantonen aktiv betrieben. Es vermittelt den Partnern u. a. Informationen aus der Forschung und fördert den Wissensaustausch und das Lernen anhand von «Best Practice»-Projekten. Im Zentrum stehen beim Projekt die Themen Bewegungsförderung, Sturzprävention, Ernährung und soziale Teilhabe von älteren Menschen.

Aktuell erarbeitet die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz einen Grundlagenbericht (geplanter Publikationszeitpunkt Frühling 2016), welcher für künftige kantonale Aktionsprogramme massgebend sein wird. Pro Senectute als eine der wichtigsten Akteurinnen bei der Umsetzung der Massnahmen für die Gesundheitsförderung beteiligt sich an der Vernehmlassung zu diesem Bericht und lässt ihre Erfahrung aus der Sozialberatung und dem Kursangebot für Sport und Bewegung einfliessen.

Mit dem Projekt «Zwäg ins Alter» setzen wir Gesundheitsförderung bereits heute um.

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