Pro Senectute Bibliothek

Ihr Zugang zu Wissen rund ums Alter

Musiksammlung für die Altersarbeit

Die Pro Senectute Bibliothek möchte mit ihrer Musik-CD-Sammlung im Altersbereich tätige Fachleute dazu anregen, der Musik einen grösseren Raum beizumessen – denn die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Dies lässt sich anhand der Einteilung in verschiedene Einsatzgebiete aufzeigen, welche für die Sammlung erarbeitet wurde. Musik findet Verwendung in den folgenden Bereichen: Biografiearbeit, Sport, Tanz, Singen, Gedächtnistraining, Entspannung, Therapie, Milieugestaltung, Trauerbewältigung, Palliativpflege. Und natürlich findet auch die musikalische Kreativität älterer Menschen sowie die Thematisierung des Alters oder Älterwerdens in musikalischen Werken Aufnahme in die Sammlung. Hier gelangen Sie zum Gesamtbestand.

Musik tröstet und springt ein, wenn Worte fehlen. Sie macht Freude und lädt zum Träumen ein. Feste lassen sich mit ihr gestalten und gemeinsame Aktivitäten verschönern. Sie gibt Orientierung und Halt, vereint und fördert den Austausch. Und sie entspannt und beruhigt.

Diese Erkenntnisse sind nicht neu: Musik ist allgegenwärtig und ein unverzichtbarer Bestandteil in unserem Leben. Jeder und jede hat seine Lieblingsmusik, jede Kultur ihre Musiktradition.

Musik erklingt auch in Pflegeheimen und in der Altersarbeit, wo sie beispielsweise in Therapiestunden oder Tanzkursen verwendet wird. Ein hoher Stellenwert wird ihr bei der Arbeit mit Demenzkranken zugeschrieben. Doch trotz aktueller Forschungen, die der Musik neben der therapeutischen auch eine grosse präventive Bedeutung zuschreiben, ist ihr Einsatz in der Arbeit mit älteren Menschen noch immer nicht selbstverständlich und geht oft nicht über die Vorstellung einer «schönen Beschäftigung» hinaus.

Hier gelangen Sie zum Gesamtbestand.

Tonträger können weder Musiktherapeutinnen noch Musikinstrumente vollständig ersetzen. Und auch wenn sie in Therapie und Aktivierung eingesetzt werden, ist in den meisten Fällen eine Fachperson unverzichtbar. Umgekehrt jedoch kann eine Musiktherapeutin auch keinen berühmten Interpreten ersetzen. Ein Lied mag zwar bekannt sein und kann vorgesungen werden, doch sind es oftmals die durch spezielle Interpretation und Klangqualität charakterisierten Originalaufnahmen, die einen berühren und Erinnerungen wecken.

Die Unterschiede der Biografien und Lebensumstände älterer Menschen sind bekanntlich gross. Für die richtige Musikauswahl bildet die persönliche Musikerfahrung der Einzelperson den Ausgangspunkt. Die Musik-Sammlung hält nicht für jede Person und jede Situation die passende Musik bereit. Sie bildet jedoch eine nützliche Grundlage für den kreativen Umgang mit musikalischen Tonträgern. Wichtig ist zudem der Hinweis, dass die vorgeschlagene Einteilung der Musik nicht als rigide angesehen werden darf: Einige CDs finden sowohl im einen wie auch im anderen Bereich Verwendung. So kann Musik mit biografischem Bezug auch in Situationen der Sterbebegleitung hinzugezogen werden. Hier gelangen Sie zum Gesamtbestand.

Ausgewählte CD-Rezensionen

Kalenderbräuche sind Volksbräuche, die an einem bestimmten Tag im Jahr wiederkehren. Sie künden sich mit traditionellen Gebäcken an: Chneuplätze in der Fasnachts-, Chräpfli in der Chilbi- oder Grittibänze in der Adventszeit. Gleichzeitig machen Brauchträger ihre Kostüme, Musik- und Lärminstrumente bereit und ­proben traditionelle Lieder.

Einige unter ihnen wie das Escalade-Lied der Genfer stammen aus der Reformationszeit. Tierhörner, wie sie von den Hornbuebe in Pratteln geblasen werden, lassen sich als Hirten- und Militärinstrumente bis ins 15. Jahrhundert zurückver­folgen. Das Feldspiel der alten Eidgenossen, Pfeife und Trommel, ist an der Basler Fasnacht, am vignolage in Sierre und beim Einzug des Sankt Nikolaus in Fribourg lebendig geblieben. Vogel Gryff, Leu, Wild Ma in Basel und die Nüssler in Steinen, Schwyz und Brunnen tradieren alte Trommeltänze. Chlefeli, ­tablèchs, Ratschen und Holzhämmer passen zur Passion, heitere Märsche und Tänze zum Sommer.

Traditionelle Melodien und Rhythmen haben eine integrative Kraft. Sie erreichen Kinder und Erwachsene, einheimische und vom Ausland zugezogene Menschen, Touristen und gar Heimwehschweizer.

Brigitte Bachmanns neue CD dokumentiert immaterielles Kulturerbe und hilft, schweizerische Musik­kultur zu bewahren.

1947 geboren, gehört Liedermacher Konstantin Wecker zu der Generation der Babyboomer. Im Titelstück des Albums «Wut und Zärtlichkeit» sinniert er über seine bisherige und künftige "Reise" und das Alter. Und er, der in der 68er-Bewegung aktiv war, stellt die rhetorische Frage: "Soll man sich die Wunden lecken, legt sich in gemachte Betten, statt die Kissen mit Gefühlen alten Trotzes aufzuwühlen?" Um mit der von Hoffnung getragenen  Ansage zu schliessen: "Zwischen Zärtlichkeit und Wut fasse ich zum Leben Mut."

Zwei Grossmeister des kubanischen Jazz, Vater und Sohn, begegnen sich auf dieser Aufnahme nach fast einem halben Jahrhundert der Trennung. Bebo Valdés (1918-2013), kurz vor seinem 90. Geburtstag, und Chucho (*1941) scheint die Fortsetzung des lange unterbrochenen Dialogs über die gemeinsame musikalische Sprache leicht zu fallen.

Dieses Musikprojekt sagt unter Bezugnahme der Lebensgeschichte der zwei Musiker viel über das Leben – und das Alter – aus: Da ist die Weitergabe der Musik vom Vater an den Sohn, ein über die gesamte gemeinsame Lebensspanne verbindendes biografisches Element. Bebos langes Leben mit wechselvollem Verlauf. Das Erreichen eines ganz grossen Lebensziels im hohen Alter: die Wiederbegegnung mit dem Sohn. Die Erhaltung der Kreativität und der kognitiven bzw. musikalischen Fähigkeiten. Doch gehört auch die Verletzlichkeit, welche das Alter mit sich bringt, zur Biografie von Bebo Valdés, der die letzte Zeit seines Lebens an Alzheimer erkrankt war.

Im Gegensatz zu heute wurde der „Sound“ der Radiostationen früher durch die sendereigenen Radio-Orchester geprägt. 

Auf der vorliegenden 4-CD-Edition ist die Geschichte der Schweizer Radio-Unterhaltungsorchester dokumentiert, mit den Orchstern von Huber oder Cedric Dumont und Aufnahmen mit bekannten Schlagersängerinnen und -sängern wie Lys Assia, Vico Torriani oder den Geschwistern Schmid.

Die „DRS-Big Band“ der 70er-Jahre unter der Leitung von Hans Moeckel erlangte grosse Bekanntheit durch ihr Engagement für die Fernsehsendung Teleboy mit Kurt Felix.

Die beiden bekannten Tanzleiterinnen Edith Kruse und Christel Schulze haben in diesem Buch wieder in der Praxis erprobte und bewährte Tänze ausgearbeitet, die eine gelungene Stunde garantieren.

Die Tänze sind Takt für Takt genau ausgearbeitet und erklärt und somit für alle Tanzleiter/innen schnell zu erlernen. Im Buch finden Sie neben den Tänzen auch Bastelvorschläge und Schnittvorlagen für kleine Handgeräte die, in den Stunden eingesetzt, den Tänzen nochmals eine ganz besondere Note verleihen und das Aktivieren der Teilnehmer erleichtern.

"Lust for life" ist das Debut der betagten Rocker von The Zimmers. Die Band wurde im April 2007 für eine BBC-Dokumentation über die Not von vereinsamten Seniorinnen und Senioren in Grossbritannien gegründet. Die Dokumentation sorgte für weltweite Aufmerksamkeit und führte zur Unterstützung durch Adlige (Prinz Charles), Hollywood-Schauspieler (George Clooney, Helen Mirren), Soap Opera-Stars (Dexter Fletcher, Kym Marsh), Pop-Stars (Robbie Williams) und Sportler.

Nach einem Studioaufenthalt von beinahe einem Jahr wurde schliesslich das langerwartete Debut-Album "Lust for life" herausgegeben, für das die vier Bandmitglieder – alle älter als 70 – Stücke von The Who, Iggy Pop, den Beatles und einigen weiteren Künstlern eingespielt hatten.

"What stated as a little idea to highlight the way we treat old people became a global sensation – and produced the oldest and greatest rock band in the world. The Zimmers truly show that you're never too old to follow your dreams."
Tim Samuels, Dokumentarfilmer der BBC, Gründer der Zimmers

«Das Musik-Archiv der Schweiz»

Suchen Sie nach alten, nicht auffindbaren Liedern oder anderer Musik aus der Schweiz?

Als Ergänzung zu den ausgewählten CDs der Musiksammlung besteht vor Ort in der Bibliothek die Möglichkeit, auf digitalem Weg im Tonarchiv der Nationalphonothek nach alten Titeln zu suchen.

Vom im Bibliotheksraum eingerichteten Abhörplatz aus ist der Online-Zugang zum klingenden Kulturgut der Schweiz gewährleistet. Zu diesem gehören Aufnahmen von Schellackplatten der 1940er-Jahre ebenso wie laufend neu erscheinende CDs. Die Nationalphonothek bietet zudem an, noch nicht digitalisierte historische Bestände auf Anfrage zu digitalisieren und für den privaten Gebrauch Kopien von nicht mehr erhältlichen Titeln auf CD zuzusenden.