Pro Senectute Bibliothek

Ihr Zugang zu Wissen rund ums Alter

Archiv 2017

Älterer Frauen im Gespräch

In Bildern, Gerüchen, Geräuschen und Emotionen speichern wir unsere Erinnerungen. Biografische Fetzen, die unseren Lebensweg ergeben. Das Nachdenken über die eigene Lebensgeschichte hilft uns, die Fragmente zu vervollständigen, Vergangenes neu zu entdecken und unsere Identität zu festigen. Die Biografieforschung weist nach, dass in diesem Prozess ganz neue Einsichten entstehen können. Verstärkt wird der Effekt, wenn der    Lebensrückblick und die Reflexion mit anderen geteilt werden.

Das Erzählcafé bietet dafür das ideale Setting. In moderierten Erzählrunden stehen dabei die Lebensgeschichten und Erfahrungen der Teilnehmenden im Zentrum. Es geht um das Zuhören und Erzählen, weniger um Diskussion und Infragestellung des subjektiv Erlebten.
Zu einem vorher festgelegten Thema tragen die Erzählenden biografische Details ihrer Geschichte bei. Erinnerungen werden so dem Vergessen entrissen und neu beleuchtet, Zuhörende bereichert und Erzählende angeregt.

Prof. lic. phil. Johanna Kohn stellt in ihrem Referat die Theorien und Methoden der Biografiearbeit vor und moderiert zum Schluss ein Erzählcafé mit Anwesenden.

Porträt von Johanna Kohn

Referentin

Prof. lic. phil. Johanna Kohn

Johanna Kohn ist Professorin am Institut Integration und Partizipation an der Hochschule für Soziale Arbeit (FHNW) mit den Schwerpunkten Alter, Biografiearbeit und Migration.

Die demografische Alterung ist seit langer Zeit bekannt. Dennoch sind Altersfragen in Gesellschaft und Politik erst in den letzten Jahren stärker in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Dringend gesucht werden Lösungen, um den «Alterstsunami» in den Griff zu bekommen.

Markus Leser unternahm in seinem bis auf den letzten Platz besetzten Referat eine gerontologische Zeitreise: Der Blick in die Vergangenheit zeigte, dass viele der sogenannten «neuen Projektideen» zum Wohnen und zur Pflege im Alter oder zum Einsatz neuer Technologien bereits vor Jahrzehnten vorgeschlagen und auch umgesetzt wurden. Ein verzerrtes Bild von «Alter» forciert jedoch Widerstände bei der Umsetzung und die Suche nach Antworten scheint stets getrieben von der Frage «Wer bezahlt?».

Mit dem Blick in die Zukunft richtete Markus Leser andererseits den Fokus mehr auf die Frage «Welches Angebot wollen wir?». Er plädierte dafür, zuerst den Menschen und erst dann das Geld zu sehen, und lieferte eine Vision für ein selbstbestimmtes Leben im Alter.

Referent

Dr. phil. Markus Leser

Dipl. Gerontologe, ist als Leiter Fachbereich Menschen im Alter und als Mitglied der Geschäftsleitung von CURAVIVA, Verband Heime und Institutionen Schweiz, tätig.

Publikation

Herausforderung Alter: Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben
Autor: Markus Leser
Cartoons: Nicolas d'Aujourd'hui
Kohlhammer, 2017
ISBN 978-3-17-029771-5, 240 Seiten, ca. SFR 28.70

Die Scheidungsraten bei Langzeitehen sind in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Nicht primär die Jungen lassen sich scheiden, sondern Frauen und Männer mittleren Alters – also zwischen 45 und 65 Jahren. Warum zerbrechen so viele jahrzehntelange Partnerschaften? Sind späte Scheidungen Krisen, die das Tor für einen guten Neubeginn darstellen oder vielmehr der Anfang chronischen Leidens? Pasqualina Perrig-Chiello leuchtet in ihrem Referat das Phänomen der späten Scheidung aus, erörtert Gründe, ­Auswirkungen und Bewältigungsstrategien. Schliesslich geht es um die Frage, weshalb, allen Herausforderungen zum Trotz, die Mehrheit der Paare zusammenbleibt.

Referentin

Pasqualina Perrig-Chiello

Emeritierte Honorarprofessorin am Institut für Psychologie der Universität Bern.

Kurt Seifert präsentiert vor Publikum

Zum Jubiläum der Stiftung Pro Senectute erscheint ein Werk, das die Geschichte der Entwicklung schweizerischen sozialen Institutionen aufzeigt. Es führt uns Landesstreik über die AHV bis in die heutige Zeit, wo Langlebigkeit und Sicherung der Altersvorsorge im Vordergrund stehen und Pro Senectute für ein aktives, erfülltes Alter engagiert. Reich bebildert zeigt das Buch auf, wie dramatisch sich das Altern in den letzten 100 Jahren gewandelt hat und welch grosse Rolle die Entwicklung tragfähiger sozialer Netze dabei spielte.
Der Autor Kurt Seifert führt in Wort und Bild durch die verschiedenen Epochen der letzten hundert Jahre Schweizer Sozialgeschichte.

Das Buch «Eine Jahrhundertgeschichte» in mehreren Sprachversionen auf einem Tisch

Referent

Kurt Seifert war von 1999 bis 2016 für Pro Senectute Schweiz tätig, zuletzt im Bereich Grundlagenarbeit. Der Sozialwissenschaftler arbeitet heute als freier Publizist.

Olivier Taramarcaz spricht einleitende Worte vor Publikum

Bereits über 300 Filme aus 50 Ländern wurden in den vergangenen Jahren am Filmfestival visages gezeigt. Die Themen Lebensalter, Generationenbeziehungen, Erinnern, Vergessen, Krankheit und Tod werden unter einem neuen und immer wieder überraschenden Licht betrachtet. Die ausgewählten Filme bieten die Möglichkeit, sich mit Fragen der Identität und des Lebenslaufs auseinanderzusetzen und laden dazu ein, die eigene Beziehung zur Welt und zur Gesellschaft zu reflektieren.
Das von Pro Senectute organisierte Festival 2017 in Martigny (VS) findet dieses Jahr zum achten Mal statt, vom 10. bis 18. März. In der Pro Senectute Bibliothek erhalten Sie einen Vorgeschmack und einen exklusiven Einblick in die diesjährige Selektion. Olivier Taramarcaz, Leiter des Festivals, präsentiert Kurzfilme aus dem aktuellen Programm und erläutert die Bedeutung des Films für Alters- und Generationenbilder.

Dieter Sulzer und Olivier Taramarcaz während der Diskussion

Referent

Olivier Taramarcaz ist Leiter des Filmfestivals visages und zuständig für Generationenprojekte und Weiterbildungen von Pro Senectute Schweiz in der Suisse Romande.

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